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Santiago de Chile

Santiago de Chile

  • Author: domale
  • Date Posted: Oct 5, 2014
  • Category:
  • Address: Santiago de Chile

Die Hauptstadt Chiles

Bei Nachtbussen hofft man immer, dass sie Verspätung haben, damit man länger schlafen kann. Lustigerweise sind diese aber meistens zu früh am Ziel. So auch der Bus von La Serena nach Santiago de Chile.

Kurz vor sechs kamen wir in der Hauptstadt an und wollten sogleich die Metro zu unserem Hostel nehmen. Wir bedachten jedoch nicht, dass Sonntag war und die Metro erst ab 8 Uhr fährt. Dann müssen wir halt einen Bus nehmen, dachten wir. Die freundlichen Chilenen gaben uns gerne Auskunft. Als wir wussten, welche Busnummern wir nehmen konnten, stellte sich heraus, dass wir nur mit der sogenannten Bip Karte bezahlen können. Also kein Problem, wo können wir diese kaufen? Mit einem reuevollen Lächeln teilte er uns mit, dass man diese nur in der Metro erwerben kann. Also auch kein Bus, der uns zum Hostel bringen kann. Da die Taxis das siebenfache kosteten, entschieden wir uns die verbleibende Zeit zu warten.

Als wir endlich im Hostel ankamen, konnten wir sogleich ein Shuttle zum Flughafen organisieren.
Gleich danach machten wir uns auf den Weg zur free walking tour.


Das Thema der Tour war Märkte und Friedhof. Wir besuchten zunächst den Fischmarkt, wo man täglich frischen Fisch einkaufen kann.

Nach dem Geruch zu urteilen, war der Fisch tatsächlich frisch. Anschliessend besuchten wir den neusten Markt, der nur einige Fruchtstände hatte und ein paar Käsegeschäfte.

Als wir zwei Stunden später zurückkehrten, wurde dort etwas gefeiert. Wir dachten zunächst es wäre ein Geburtstag, da sie Happy Birthday sangen. Später sahen wir jedoch, dass sie einen Sarg durch den Markt trugen.feierlicher Umzug welcher gerade quer durch den Markt prozessierte
Der letzte Markt, den wir mit der Tour besuchten, war riesig! Unser Guide meinte, wenn man hier etwas nicht finden, findet man es wohl nirgendwo in der Stadt. Wir lernten ebenfalls, dass viele Peruaner nach Chile kamen, um besser zu leben. Sie hätten jedoch ihr gutes Essen so sehr vermisst, dass sie Stände im Markt gekauft hatten und nun dort sie importierten peruanischen Produkte verkauften. Da stellt sich aber die Frage, wie die Peruaner frische Früchte ins Land importieren können, wenn die Chilenen so Wert darauf legen, dass keine Frischwaren ins Land kommen. Auch unser Guide hatte keine Antwort darauf. 🙂
Unser letzter Stop war der Friedhof der Stadt. So gross wie 112 Fussballfelder ist er wohl einer der grössten Friedhöfe Lateinamerikas. Es gibt drei Typen von Grabstätten: das Appartementgrab für die ärmeren Leute, die kleineren Mausoleums für die Mittelschicht und die fancy Grabstätten der Reichen.


Am Grab von Carmencita lernten wir, was eine Animita ist. Eine Persin wird zu einer Animata, wenn sie jung war und auf eine tragische Weise gestorben war. Carmencita war neun jährig, als sie mit ihrer Familie vom Land nach Santiago zog. Zwei Wochen später starb das Mädchen nachdem sie vergewaltigt wurde. Heute kommen die Leute an das Grab von ihr, um sie um einen Gefallen zu bitten. Wird der Wunsch erfüllt, muss man sich bei ihr bedanken und eine Plaquete aufhängen.
Interessant war auch, dass es ein riesiges Gebäude gab, wo nur Italiener begraben wurden. Von diesen Gebäuden gäbe es noch mehr, wo die Personen nicht mot Familienmitgliedern begraben wurden, sondern mit einer Institution. So gibt es Gräber für Maurer, Mechaniker und sogar für Clowns.
Am Grab des ehemaligen Präsidenten Salvador Allende Gossens gab uns der Guide eine kleine Geschichtsstunde über die Geschehnisse vor der Diktatur.
Am Schluss wurde uns noch ein teramoto (Erdbeben) offeriert, ein Drink, den man nicht alleine trinken sollte, weil er dafür sorgt, dass die Erde bebt.

Terremoto - chilenischer Drink mit Weisswein und Ananasglace
Wir kehrten zu einem der Märkte zurück, um ein gutes Thai Mittagessen zu geniessen. Thai Curry in der AnanasAuf dem grossen Markt kauften wir anschliessend frische Spargeln für das Abendessen ein.

 

Zweiter und letzter Tag  in Santiago de Chile

Obwohl wir recht früh aufstanden, verliessen wir das Hostel nicht vor zwei Uhr. Wir organisierten die wichtigsten Dinge für unsere Reise nach Kuba und nutzten das Internet zum letzten Mal, um nach Hause zu telefonieren.
Am Nachmittag nahmen wir an einer zweiten Walking Tour teil. Diese zeigte uns die Highlights von Santiago. Wir sahen die Kathedrale, das Regierungsgebäude und der Hauptplatz, der gerade renoviert wurde.


Erwähnenswert sind die Café con piernas (Kaffees mit Beinen). Um das Kaffee trinken in Chile beliebt zu machen, wurde der Kaffee von Frauen mit langen Beinen in kurzen Röcken serviert. Diese Tradition lebt heute noch weiter. Je dunkler die Scheiben des Cafés desto kürzer sind die Röcke.
Nach der Tour genossen wir einen chilenischen Sangria, den sie Borgonio nennen. Nach einem Teramoto zogen wir mit Andrea und Fabrizio (zwei Schweizer, die wir auf der Tour kennengelernt haben) weiter zu einem traditionel chilenischen Restaurant.
Mit früh ins Bett gehen war dann nichts mehr. Wir kamen nach elf Uhr beim Hostel an und organisierten noch einige Dinge und packten unsere Rucksäcke.

Am nächsten Morgen gings früh weiter mit einem Flug nach Havana, Kuba.

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