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Phnom Penh

Phnom Penh

  • Author: domale
  • Date Posted: Feb 17, 2014
  • Category:
  • Address: Phnom Penh

Phnom Penh

Unser erster Stop in Kambodscha war Phnom Penh (die Hauptstadt des Landes). Die Fahrt in die Innenstadt überraschte uns, da die Stadt einen sauberen und geordneten Eindruck erweckte (wir sind geprägt von Indien).

Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgelegt hatten, machten wir uns sofort auf zum Nachtmarkt, der nur wenige Minuten entfernt war und der nur noch an diesem Abend stattfand (freitags, samstags und sonntags). Es war interessant zu sehen, dass jeder zweite Stand das gleiche (hauptsächlich Kleider) zum gleichen Preis versuchte zu verkaufen. Vor den Verkaufsständen gab es einen grossen Platz, wo vor allem die Einheimischen zu Abend assen. Noch immer etwas skeptisch gegenüber Strassenessen liessen wir es bleiben dort zu essen und spazierten stattdessen am Mekong entlang und beobachteten die Einheimischen bei Spielen.

Der nächste Tag startete mit der Besichtigung des Königlichen Palastes. Der König Kambodschas wohnt tatsächlich noch dort, weshalb nur einige Gebäude öffentlich zugänglich sind. An der Architektur der Gebäude merkt man jedoch schnell, dass wir den indischen Einfluss hinter uns gelassen haben.

Dieses Foto brauchte ziemlich lange bis es entstand. Dominic wollte unbedingt eines mit uns beiden, jedoch war es etwas spät und die meisten Touristen waren bereits gegangen. Deshalb fragten wir ein chinesisches Paar, das noch da war, ob es nicht ein Foto von uns machen könne. Diese würdigten uns jedoch nur eines kurzen Blickes und eines aggressiv tönenden chinesischen Lautes. Nach einer Schockminute über dieses respektlose Verhalten hielten wir Ausschau nach Nicht-Chinesen. Und tatsächlich lief noch eine Frau vorbei, die sogar breitwillig ein Foto von uns machte. Dieses dürfen wir euch hier präsentieren.

vor dem Köngispalast

Als nächstes statteten wir dem Nationalmuseum einen kurzen Besuch ab. Hier konnte man viele der aus Angkor Wat stammende delikate Figuren und Schriftsteine sehen.

Beim Mittagessen flog uns ein wunderschöner Schmetterling zu. Besser gesagt, er bliebt auf Alexandras farbiger Bluse sitzen.

Nach diesen schönen Sehenswürdigkeiten der Stadt und der Stärkung fuhren wir etwas aus dem Zentrum hinaus zum S21 Gefängnis Museum. Dieses Gebäude wurde als Schulhaus gebaut und während der dreijährigen Regierungszeit der Khmer Rouge von 1975 bis 1978 zu einem Gefängnis umfunktioniert und dient heute als Museum und Mahnmal.

Für die Interessierten hier eine kleine Zusammenfassung, was die Khmer Rouge waren und wie sie an die Macht kamen: Kambodscha erlangte 1953 die Unabhängigkeit von Frankreich. Daraufhin entstand das Königreich Kambodscha. Der mit Nordvietnam sympathisierende König wurde jedoch während einer Auslandreise im Jahre 1970 gestürzt. Stattdessen regierte für fünf Jahre (1970-1975) eine pro-amerikanische Republik das Land. Während dieser Zeit kam es auch zum ersten Bürgerkrieg. Hier kommen die Khmer Rouge ins Spiel. Die Khmer Rouge war eine Bewegung, die pro-kommunistisch eingestellt war. Diese Einstellung vertrug sich natürlich gar nicht mit der pro-amerikanischen Haltung der neuen Regierung. Der Khmer Rouge gelang es viele Anhänger unter der Landbevölkerung zu gewinnen. Mit der Unterstützung von Vietnam begannen die Khmer Rouge sich gegen die aktuelle Regierung (unterstützt von den US-Amerikanern) aufzulehnen. 1975 gelang es den Khmer Rouge Phnom Penh zu erobern, die Regierung zu stürzen und ihr Regime zu starten. Sie starteten sofort mit ihren Reformmassnahmen. Das erste war eine Zwangsevakuierung der Stadtbevölkerung auf das Land. Tausende von Menschen wurden von der Stadt aufs Land forciert, um dort in der Landwirtschaft zu arbeiten. Das Ziel der Khmer Rouge war eine ländliche, klassenlose Gesellschaft. Wer nicht in dieses Schema passte (Lehrer, Itellektuelle, Schauspieler, allgemein kulturschaffende Personen, …), wurde gleich umgebracht oder erst nach der Folter (zum Beispiel im S21 Gefängnis) in den Killing Fields getötet. Heute wird geschätzt, dass in den drei Jahren Regierungszeit der Khmer Rouge 1,7 bis 2,2 Millionen Kambodschaner umkamen.

Das S21 Gefängnis war das grösste während der Khmer Rouge Zeit. Während dieser Spanne wurden dort ca. 14’000 Personen gefangen gehalten, gefoltert und exekutiert. Nur zwölf davon überlebten. Im Museum sind die Folterkammern und Gefängniszellen immer noch erhalten. In einigen Räumen werden die Fotos der Gefangenen aufgestellt. Dies ist wirklich schrecklich, wenn man die Gesichter dieser vielen Leute, ob alt oder sehr jung, weiblich und männlich, sieht, die einem anzuschauen scheinen. Wirklich interessant sind die Räume, wo Kambodschaner die Geschichte erzählen und die Touristen Fragen stellen können und der Raum mit der Ausstellung der Kinderzeichnungen.

Nach diesem Museum brauchten wir erst mal einige Zeit Ruhe und entschieden uns nicht auch noch zu den Killing Fields zu gehen. Stattdessen sahen wir uns am Abend eine traditionelle kambodschanische Tanzshow an. Diese war während der Khmer Rouge Regierung auch verboten worden und findet nun wieder Anklang bei den Jungen. So war die Kulturveranstaltung ein Projekt, das von jungen Leuten getanzt wurde. Der Eintritt unterstützte ihre Tanzschule. Dominic war nicht so begeistert, da ihm die Augen einige Male zufielen. Alexandra jedoch war fasziniert, wie sich die jungen Leute mit ihrer eigenen Kultur so befassten. Ausserdem war es witzig, wenn man die Mimik der Tänzer beobachtete.

Mit dem Minibus fuhren wir am nächsten Tag nach Siem Reap und stellten leider fest, dass die kambodschanischen Strassen nicht unserem ersten Eindruck des Landes entsprach. Mehr dazu später…

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