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Ooty

Ooty

  • Author: domale
  • Date Posted: Feb 1, 2014
  • Category:
  • Address: Ooty

Ooty

Spontan haben wir uns am Ende unserer Indienreise für einen Abstecher nach Ooty (eine Kleinstadt in den “Bergen”) entschieden. Mit dem Bus von Mysore gings die kurvenreiche Stecke auf 2450 m ü. M. nach Ooty. Der Spital hier hat eine super PR Abteilung, in jeder Kurve wird mit der gratis Ambulanz geworben.

Spital mit super PR Abteilung

Eigentlich buchten wir die schnellstmögliche Busverbindung, jedoch wollte es das Schicksal anders. Wir fanden uns in einem Bus wieder, der an jeder Ecke anhielt und mit indischen Touristen gefüllt war. Als Westler waren wir die Einzigen, welche für den Weg durch einen Nationalpark extra zahlen mussten. Da der Park sich nicht wirklich wesentlich von der vorherigen Landschaft unterschied, waren wir umso mehr erstaunt ein Reh und einige Affen zu sehen.

Im Preis inklusive war jedoch ein dreiviertelstündiger Stopp am “See”, auf dem man “bööteln” konnte. Nicht so begeistert von der Aussicht auf eine Bootstour im dreckigen braunen Tümpel, entschieden wir einstimmig uns an Land von der Busfahrt zu erholen.

Der nächste Stopp war bei einem Souvenirshop, der “Homemade Chocolate”, Tee und Gewürze verkaufte. Langsam etwas ungeduldig über die vielen unnötigen Stopps, warfen wir nur kurz einen Bilck auf die Schokolade, und liessen es bleiben. Leider mussten wir später doch mal noch einen Vergleichstest anstellen. Dieser fiel relativ klar und wie erwartet gegen die indische Schokolade aus. Und leider auch gegen Dominic’s Darm, mehr Details später.
Endlich angekommen, sahen wir uns den Botanischen Garten an. Positiv überrascht waren wir, dass es sogar ein richtiger Garten war, nicht wie jener in Bangalore.

Am nächsten Morgen begann auch schon unser nächstes Zugabenteuer. Eigentlich wollten wir ja nur kurz zwei Tickets nach Chennai kaufen, von wo wir nach Thailand weiterfliegen. Einer der gestrigen unnötigen Stopps erlaubte es uns sogar kurz beim Bahnschalter nach Tickets zu fragen. Wir wurden aber vertröstet, dass es keine mehr gebe, wir jedoch morgen doch noch die Möglichkeit hätten Tickets zu kaufen. Da der Schalter um 8 Uhr öffnet dachten wir, dass es gut wäre die Tickets früh morgens  zu holen. Zum Glück waren wir um halb 9 am Bahnhof, denn wie uns ein freundlicher junger Mann erklärte, müssen wir sogenannte “Tatkal Tickets” kaufen. Die Prozedur beginne um 9 Uhr mit der Vergabe eines Nümmerchens. Promt formte sich um 9 Uhr  eine Schlange, wobei wir die Nummer 12 kriegten. Er erklärte uns weiter, dass dann um 10 Uhr in der Reihenfolge der Nummern das Spezialticket gekauft werden kann. Gute zwei Stunden später also hatten wir endlich unser Ticket. Die ganze Prozedur gibt es immer für sehr früh ausgebuchte Züge, damit man auch kurzfristig noch ein Ticket ergattern kann. Unser Rickshawfahrer wartete geduldig, als wir anstatt zehn Minuten zwei Stunden brauchten um ein Ticket zu kaufen. Ohne Aufpreis beim Taxi ging dann die Fahrt weiter auf den nächstgelegenen Hügel, um die Aussicht über Ooty zu geniessen.

Noch nicht genug Abenteuer erlebt, wollte Dominic unbedingt eine Wanderung quer durch den Dschungel machen. Leider hielt ihn auch das Touristengitter nicht davon ab. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen folgte Alexandra Dominic unter der Absperrung hindurch in den Dschungel. Alexandras Unwohlsein kam von der Geschichte über den Tiger der vor drei Tagen erschossen wurde, weil er zwei Einheimische verspeist hatte. Der Tiger sei aber nicht alleine unterwegs gewesen… Uns wurde jedoch versichert, dass die anderen Tiger das Weite gesucht hätten, nach dem Tod ihres Kollegen.

Abseits der Touristenpfade fanden wir einen kleinen Tempel am Waldrand (oder Dschungelrand?). Nach einer guten halben Stunde konnte Alexandra endlich wieder aufatmen. Wir trafen auf Einheimische, die im Wald am Holz sammeln waren.

Meist alle Felder werden hier mit Unmengen von Dünger und Pestiziden bewirtschaftet, da es ganz einfach mehr Geld einbringt. So sieht man hier zum Beispiel nicht Schnee oder Asche auf der Wiese liegen, sondern Chemikalien.

Nachmittags entschieden wir uns den Emerlad Lake Staudamm zu besichtigen. Auf der linken Seite kann man die saubere und idyllische Natur beobachten, während unterhalb des Staudammes ein kleines Dorf mit vielen Feldern und Plantagen angesiedelt ist.

Die Landschaft ähnelt ein wenig Munnar, jedoch mit nicht ganz so vielen Teeplantagen.

Nach einer unvergesslichen Nacht, ohne viel Schlaf, einer kompletten Darmentleerung (Dominic dachte er müsste sterben :)) und der Maximaldosis am Immodium, gings am nächsten Morgen mit flauem Magen auf den Nilgiri Mountain Railway nach Mettupalayam. Die erste Strecke wurde mit einer Diesellock zurückgelegt. Nach einem kurzen Lockwechsel in Coonoor ging dann die Fahrt mit einer ca. 80 jährigen Zahnrad-Dampflokomotive (der SLM aus Winterthur!!!) weiter. Da die Bahn seit 2005 ein UNESCO Weltkulurerbe ist, wurden die in 1999 begonnen Elektrifizierngspläne für die 46 km lange Strecke auf Eis gelegt.

Mit der normalen Bahn, einem Sleeper Ticket in der 2nd class, und einem jungen gesprächigen Geschäftsmann aus Bangladesch (der gerade seine Grossmutter im Spital in Indien besucht hatte) gings dann weiter nach Chennai.

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