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Mysore

Mysore

  • Author: domale
  • Date Posted: Jan 30, 2014
  • Category:
  • Address: Mysore

Mysore

Nach unserem angenhemen und sehr westlichen Aufenthalt in Bangalore, gingen wir mit dem Bus weiter nach Mysore.

zwei nicht ganz wahre Versprechen

Mysore ist vor allem, oder eigentlich nur, wegen seines Palastes bekannt (und unserer Zimmernummer im Hotel).

007

 

So entschieden wir uns auch gleich nach der Ankunft diesen aufzusuchen. Leider kamen wir etwas spät an und so wurde uns mitgeteilt, dass es nicht mehr möglich  wäre das Museum zu besuchen. Dominic wollte dennoch ein Foto vom Palast machen, da er so schön beleuchtet war. Also liefen wir den Mauern entlang weiter bis wir an die Stelle kamen, wo der offizielle Eingang des Museums war. Erneut teilte uns ein Wachmeister mit, dass wir nicht eintreten können. Wir wollten gerade weiterlaufen, als derselbe Mann uns mitteilte, dass er für Trinkgeld bereit wäre uns ein Stück hineingehen zu lassen. Dominic war natürlich hell begeistert und nachdem wir sowohl den Polizisten als auch den Wachmeister bestochen hatten, begleitete uns einer der beiden ein Stück näher an den Palast heran. Während Dominic sein Stativ bereitstellte und versuchte den Palast in seinem schönsten Licht zu fotografieren, blieb es an Alexandra hängen mit dem indischen Wachmeister Smalltalk zu führen… Erst fragte er mich, ob Dominic und ich verheiratet wären. Ich antwortete mit nein, er wäre mein Freund. Er verstand natürlich das Wort Boyfriend nicht und fragte nochmals, ob er mein Mann sei. Da es dunkel war und ich wirklich keine Lust hatte einem bestlichen Beamten zu erklären, dass man auch eine Beziehung führen kann ohne gleich zu heiraten, antwortete ich, dass Dominic mein Mann wäre. Das bereute ich schnell! Denn nun kam die Frage, wie lange wir uns kennen würden. Ich antwortete ihm, dass es nun etwas mehr als fünf Jahre wären. Tja, schon wieder die falsche Antwort! Er fragte mich natürlich: “Habt ihr Kinder?” Tja, nein! Er war wohl etwas schockiert, dass man nach fünf Ehejahren noch keine Kinder produziert hatte. Ich war froh als ich den Fokus auf seine Familie lenken konnte. Er hatte natürlich etwa vier Kinder… Interessant war auch, dass er erst nach unserer Währung fragte und dem Kurs und dann ganz nebenbei noch erwähnte, dass er als Hobby Fremdwährung sammle… Ja genau! Er hatte tatsächlich auch noch den Mut zu fragen, ob wir Schweizerfranken dabei hätten. Wir erklärten ihm, dass wir leider keine dabei hätten. Er schien etwas enttäuscht und erklärte uns, dass er auch morgen hier wäre und wir doch vorbeikommen sollten, wenn wir das Museum besuchen würden. Ich war froh, dass Dominic endlich seine Fotos gemacht hatte, sein Stativ verpackt hatte und wir gehen konnten. Einige Meter weiter kamen wir zu einem Tor, wo wir keinen Inder bestechen mussten und wo Dominic weitere Bilder direkt vor dem Palast schiessen konnte…

Am nächsten Tag gingen wir den Palast noch bei Tageslicht betrachten und besuchten das Museum. Natürlich war unser Freund auch wieder dort, jedoch schien er gerade mit etwas beschäftigt zu sein, weshalb er uns nur begrüsste und nicht nochmals wegen der Währung fragte. Um in den Palast zu gehen, mussten wir die Schuhe ausziehen und wie am Flughafen die Taschen durch den Scanner legen. Sie erklärten uns dann auch schon, dass es nicht erlaubt sei, Fotos im Innern des Palastes zu machen und die Kamera deshalb draussen bleiben müsse. Super! Das bedeutete für uns erstmal, dass Dominic sich heftig aufregte und sich weigerte seine teure Kamera in den Händen von (bestechlichen) Polizisten zu lassen. Dieser war jedoch so freundlich und erklärte uns, dass beim Eingang zum Park ein Schliessfach extra für Kameras wäre. Dann mussten wir halt barfuss nochmals zum Eingang zurück. Dort weigerte sich Dominic die Kamera den Beamten zu geben und schaffte es sie zu überreden seine eigene Kamera selbst in ein eigenes Schliessfach zu legen. Gut, nach dem wir das erledigt hatten, mussten wir nur noch 20 Minuten auf den Audioguide warten (welcher überraschenderweise sehr gute Erklärungen gab und auch gut gesprochen war), bevor wir ins Innere des Palastes gehen konnten. Lustigerweise gab es dort viele indische Touristen, welche Fotos mit ihrem Handy machten!

Das Innere des Palastes war wirklich schön, leider können wir euch keine Bilder zeigen… Jedoch liefen wir noch ein bisschen durch den Park und machten noch einige Bilder (das war erlaubt 🙂 ). Wir gingen dann langsam Richtung eines der Tore, das am nächsten zur Innenstadt gelegen ist. Tatsächlich wird uns dort von einem Polizisten mitgeteilt, dass dies kein Ausgang wäre! Diese Tor wäre für den Prinzen reserviert! Na toll, wieso muss in Indien alles so kompliziert sein?! Angeschiessen wollten wir bereits den Rückweg durch den ganzen Park antreten, als er uns erklärte, dass er eine Ausnahme machen könne. Dass wir heute Prinz und Prinzessin seien. Er ging voraus und auf sein Zeichen sollten wir ihm folgen (es hatte eine Sicherheitskamera). Das taten wir dann auch. Beim Ausgang mussten wir jedoch für unseren neuen Adelstitel wieder etwas Geld spenden.

Unser nächster Stop war ein Markt, der eigentlich vor allem von den Indern genutzt wird.

Kaum kamen wir durch eines der Eingänge in den Markt hinein, als auch schon ein Junge auf uns zukam und meinte, dass wir mit ihm mitkommen sollten. Er würde uns zeigen, wie man Räucherstäbchen mache. Da wir die grössten Fans von Räucherstäbchen sind, überzeugte er uns nicht wirklich mit diesem Spruch. Aber irgendwie war er so hartnäckig, dass wir schliesslich doch bei seinem Verkaufsstand standen… Er zeigte uns dann also, wie man die Stäbchen macht (nicht so eindrücklich, also wenn ihr mal zu dem Markt in Mysore geht, ignoriert den Jungen!). Und dann gings los! Er wollte uns keine Stäbchen verkaufen, sondern Parfüms, die sie in Indien aus natürlichen Produkten herstellen würden. Er zeigte uns eine Liste mit Geschmäckern und schmierte uns unendlich viele Parfüms an Arme, Hände und Hals, dass wir am Schluss um da raus zu können ihm eine kleine Flasche abkauften. Dominic entdeckte in dem Verkaufsstand nach einige interessante Flaschen, die die Natürlichkeit der Produkte etwas anzweifeln lässt…

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch eine Rickshawfahrt auf den Hügel, um die Aussicht über Mysore zu bewundern. Auf dem Hügel gab es noch einen Tempel und es machte einen sauberen Eindruck.

Doch Eindrücke können falsch sein. Der ganze Abfall lag nicht um den Tempel herum, weil man ihn einfach über die Mauer in die Natur geschmiessen hat. Wir konnten sogar einer Frau zuschauen, die ihren Essensstand aufräumte und dabei den Abfall wie selbstverständlich über die Mauer warf. Welcome to India!

Kuh und Wildschweine wühlen im Abfall neben dem Tempel

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