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Manu National Park

Manu National Park

  • Author: domale
  • Date Posted: Aug 17, 2014
  • Category:
  • Address: Manu National Park

Ab in den Jungel für eine Woche

Lange Fahrt in Junglenähe (17. August)

Wieder einmal ging es früh morgens von Cusco los. Um 5:20 Uhr wurden wir im Hostel in Cusco abgeholt. Da wir natürlich am Abend zuvor zu spät ins Bett gingen, waren wir froh, dass wir noch etwas schlafen konnten. Nach zwei Stunden Schlaf kamen wir bei präinka Gebäuden an. Diese standen schön gelegen am Hang und überblickten verschneite Bergen.

Dort hatten wir die Möglichkeit unsere Mitreisenden kennenzulernen. Wir waren eine Gruppe von zehn: drei Deutsche, zwei Spanier, zwei Briten und natürlich unser Guide.
Nach dem Besichtigen und Beine vertreten fuhren wir noch die kurze Strecke nach Paucartambo, wo wir frühstückten und ein kleines Museum besichtigten.
Gestärkt fuhren wir mit dem Minibus weiter Richtung Jungle. Als wir das Schild des Manu Nationalpark passiert hatten, begann sich endlich auch die Landschaft zu verändern. Nach kurzer Zeit wurden die kahlen Wiesen von Bäumen verdrängt. Auf einer kurvenreichen und holprigen Strasse kamen wir immer tiefer in den Wald. Dank unserem wachsamen Guide Boris stiegen wir regelmässig aus, um die ersten Wildtiere zu beobachten.

Vor allem Vögel konnten wir durch die Ferngläser betrachten. Aber auch Affen entdeckte er am anderen Flussufer.
Nach den paar Stops kamen wir am späten Nachmittag bei unserem ersten Ziel an: der Rainforest Lodge. Bevor wir in unsere Zimmer eincheckten, warnte uns Boris vor den Spinnen. Die gefährlichste Spinne, deren Bisse tödlich enden können, mag nämlich saubere und trockene Plätzchen, wie zum Beispiel das Bett. Leider genügte es nicht die Türe immer geschlossen zu halten, da die Hütten oben eine grosse Lüftungsöffnung hatten! Das erste, was also gemacht wurde, war das Verschliessen des Bettes mit dem Moskitonetz. Natürlich nachdem kontrolliert wurde, ob sich nicht schon eine Spinne darunter befindet!

Kurz nach dem Eindunkeln starteten wir einen Spaziergang um einen Tümpel, um Frösche zu suchen. Wir sahen ziemlich grosse Frösche und einige kleine Spinnen. Als wir einen richtig grossen Frosch am Ufer fanden, ermutigte Boris Frank den Frosch zu fangen. Nachdem Frank den Frosch schon zwischen den Händen hatte, wurde ihm wohl doch etwas mulmig, denn er liess ihn wieder los. Der Frosch nutzte die Chance und sprang in den Teich. Nach einer Lachpause zogen wir weiter und trafen auf einen paarungsreifen Frosch. Dieser hatte besonders an Schuhen Freude. Nachdem wir den Tümpel einmal umrundet hatten, geschah leider ein kleines Unglück. Dominic half mir über eine besonders sumpfige Stelle und ich versuchte Simone zu helfen. Leider verlor sie ihr Gleichgewicht, als sie den einen Schuh im Sumpf verlor. Ich konnte sie nicht halten und sie flog geradewegs in den Teich. Zum Glück reagiert Dominic gerade und so ging nur ein Bein von mir baden. Aber arme Simone! Sie war von Kopf bis Fuss nass und verschlammt. Sie nahm das Ganze aber sehr entspannt und freute sich auf die kalte Dusche. Später sagte uns Boris, dass in den acht Jahren, die er die Tour schon macht, noch nie jemand in den Tümpel gefallen sei…
Nach einem herzlichen Abendessen wagten wir uns in die Hütten und versuchten nicht von giftigen Spinnen im Bett zu träumen.

Welcome to the Jungle (18. August)

Die erste Nacht überlebten wir und wurden mit einem herrlichen Frühstück belohnt. Wir fuhren nur noch eine kurze Strecke mit dem Minibus. Dann wurde alles auf ein Boot umgeladen und es ging flussabwärts auf dem Rio de Madre de Dios weiter.

Dank den scharfen Augen von Boris, Simone und ihrem Bruder Andreas, sahen wir viele neuartige Vogelarten und auch einige Affenarten.
Nach einigen Stunden Bootsfahrt legten wir einen Stop bei Aguas Caliente ein. Dies war eine heisse Quelle, in dem wir ein Bad nahmen.

Als wir nach der Pause weiterfuhren, sahen wir etwas Überraschendes. Erst dachten wir es seien Kinder, die im Fluss ein Bad nahmen. Doch wie uns Boris erklärte, waren es”wilde Menschen”. Tatsächlich konnten wir auf dem Foto von Sergi erkennen, dass es sich um eine erwachsene Frau mit Kindern handelte. Alle trugen nur eine Art Unterhose. Bei näherem Heranzoomen sahen wir auch, dass die Frau eine schwere Verletzung am Bein hatte.

Wie wir später herausfanden, ist der Kontakt mit diesen Einheimischen verboten und wird vom internationalen Gesetz bei Missachtung besraft. Diea traf uns, da dies bedeutete, dass der Frau mit der Verletzung nicht mit unseren Mitteln geholfen werden konnte. Jedoch war es auch schön zu erfahren, dass es noch Kulturen gibt, die noch in Ruhe gelassen werden und von dem westlichen Einfluss beschützt werden.
Am Nachmittag kamen wir nach einem kurzen Marsch bei der Bonanza Lodge an.
Diese Nacht stand eine Nachtwanderung auf dem Programm. Wir suchten speziell nach Spinnen, Fröschen und Schlangen. Zunächst fand Boris jedoch Fledermäuse, die sich einen ausgehöhlten Baum zum Haus gemacht hatten. Spinnen fand er nach einer Weile auch.

Alexandra war froh, dass wir keine Schlangen sahen, die Spinnen waren schon genug eklig. Das schönste an der Wanderung waren die Glühwürmchen und der Sternenhimmel. Auf einer Lichtung konnten wir ein natürliches Spektakel bewundern. Die Glühwürmchen leuchteten zu Tausenden wie Sterne auf der Erde. Ein Blick nach oben zeigte die tatsächlichen Sterne, die besonders klar waren und wir die Milchstrasse gut erkennen konnten. Leider sahen wir nach diesem Highlight noch die gefährliche Spinne. Mit einem entsprechend mulmigen Gefühl gingen wir dann ins Bett.

Bootsfahrt in den wirklichen Jungel (19. August)

Erneut ging es früh morgens los. Ohne Frühstück fuhren wir weiter flussabwärts. Unser erstes Ziel war ein Lehmvorhang. An diesem befinden sich am morgen hunderte von Aras. Und tatsächlich verschiedene Arten von Aras hingen an der Wand und pickten nach Mineralien. Boris erklärte uns, dass die Vögel dies tun, um ihre zum Teil giftige Nahrung verdauen zu können.

Es war wirklich interessant den Tieren zuzusehen: zum Teil flogen alle panikartig davon, um zehn Sekunden später wieder umzukehren und weiter zu futtern. Wenn sie satt waren, flogen sie meist zu zweit weg.
Nachdem wir bei den Aras gefrühstückt hatten, gingen wir weiter.
Vom Boot aus konnten wir viele Tiere beobachten: Affen, Vögel und Schildkröten (diese sonnten sich am Flussufer).

Gegen Abend gescah leider ein kleines Unglück. Das Boot fuhr auf eine niedrige Stelle und dies vertrug der Motor gar nicht gut. Es rauchte und stinkte nur so. Wir mussten am Ufer anhalten und unsere Fahrer versuchten das Problem zu lösen. Dominic entschied sivh die Pause zu nutzen und ans Ufer zu klettern. Nachdem sich die Fahrer entschieden hatten den Motor einfach zu wechseln, kam Dominic mit einem blutigen Fuss ins Boot zurück! Irgendwie ist er auf einen so scharfen Gegenstand getreten, dass er sich beinahe einen Zeh amputiert hätte.
Zum Glück konnten wir bald abfahren und waren nach einer kurzen Zeit auch bei der Lodge angekommen. Die Blutung hatte noch nicht ganz gestoppt und so entschied sich Alexandra das schwere Gepäck zur fünf Minuten entfernten Lodge zu tragen, während Dominic ihr hinterher humpelte.
Während der Zeh inspiziert und behandelt wurde, machten die anderen der Gruppe eine weitere Nachtwanderung. Alexandra war froh nicht noch mehr Spinnen ansehen zu müssen und genoss unterdessen die freien (kalten) Duschen.
Nach dem Abendessen waren wir müde von dem Tag und freuten uns schlafen zu gehen. Doch auf Alexandras Bett lauerte eine böse Überraschung auf uns. Wir hatten vor dem Essen vergessen das Moskitonetz zu schliessen und haben Dominics Necessaire dort liegen lassen. Als wir also ins Bett wollten, war dieses völlig verkakt! Wir verbrachten die nächste Viertelstunde mit Putzen des Bettes und desinfizieren des Kulturbeutels. Anscheinend hat dieser so interessant für das Tier gerochen, das dieses alles vollscheissen musste. Nach einer ewig lang wirkenden Zeit konnten wir dann endlich ins Bett. 

Riesen Seeotter (20. August)

Auch am vierten Tag standen wir früh auf. Wir gingen zu einem See im Herzen des Jungles. Nach einem kurzen Spaziergang, der Dominic souverän meisterte, kamen wir zum See. Es war wunderschön dort. So früh am Morgen lag ein mystischer Nebel auf dem Wasser und es war friedlich und ruhig. In diesen frühen Stunden sahen wir viele Vögel und einige Affen.

Das Highlight des Tages trafen wir gegen Ende des Sees an. Als Boris beinahe die Hoffnung verloren hatte, hörte er einen Rud und befahl das Boot in diese Richtung zu lenken. Wir trafen auf eine Otterfamilie, die sich bereit machte, jagen zu gehen.

Nach dem See fuhren wir auf die andere Flussseite (Gebiet der Ureinwohner), um durch den Wald zu laufen. Das war ziemlich unheimlich, wenn man bedenkt, dass hinter jedem Baum ein Mensch hervor treten kann, der mit giftigen Speeren und Pfeilen ausgerüstet ist. Wir überlebten jedoch auch dies und Dominic konnte gut mit dem Tempo mithalten.
Wir fuhren bei Abenddämmerung zurück zur Lodge und sahen die Augen der Caimans im Dunkeln leuchten. Kurz vor unserer Ankunft versucht Boris, mit einem überraschenden Sprung ins Wasser, einen kleinen Caiman zu fangen. Leider entwischte dieser ihm nur ganz knapp und er war klatschnass!
Wir genossen die letzte Nacht in unserer Lodge mitten im Jungle, die übrigens ganz geschlossen war.

 

Viel Schlaf im Baumhaus (21. August)

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir zurück zur Bonanza Lodge. Wir hielten fleissig Ausschau nach einem Jaguar und einer Anakonda. Leider hatten wir kein Glück und sahen keine neuen exotischen Tiere. Dafür wurden wir prächtig von den zwei Engländern (Männer) unterhalten. Diese mussten nämlich so einmal pro Stunde pinkeln (oder wie sie es nannten: baño rapido).

In der Bonanza Lodge angekommen, machten wir uns bereit für die Nacht im Baumhaus.
Nach etwa einer Stunde erreichten wir das Holzhäuschen und spannten sogleich unsere Moskitonetze. Eine andere Gruppe verbrachte ebenfalls die Nacht dort und übernahm die ersten Wachschichten.
Da das Licht bereits um sieben Uhr gelöscht werden musste und wir leise sein mussten, gingen wir früh schlafen. Wir wurden aber bald geweckt, weil jemand im Sumpf ein Tapir entdeckt hatte. Dieser bewegte sich ganz langsam und vorsichtig und war ganz aufmerksam auf alle Umgebungsgeräusche. Nach einer Weile zottelte er wieder ab und wir schliefen weiter. Erst um drei Uhr früh wurden wir wieder geweckt und durften zwei Stachelschweine beobachten. Diese bewegten sich im Gegensatz zum Tampir wirklich schnell. Eines kletterte innert Sekunden einen Baum rauf und runter. Wirklich beeindruckend!

Die Stachelschweine wurden dann verpisst (einer der Engländer musste dringend pinkeln und das Raacheln der Blätter gefiel den Tieren wohl nicht). Wir gingen also wieder schlafen, ohne eine Schicht machen zu müssen.

Tukane und Squirrel Monkeys (22. August)

Nach mindestens zehn Stunden Schlaf, packten wir alles zusammen und machten uns auf den Weg zurück zur Lodge. Boeis wählte kleine Schleichwege, um doch noch eine Anaconda zu finden. Das Glück war auf unserer Seite und statt einer Schlange, trafen wir auf Tukane, die ganz in der Nähe auf einem Ast sassen. Nur ein kurzes Stück weiter kreuzten die kleinen Squirrel Monkeys unseren Weg. Die Äffchen waren so nahe, dass man sie beinahe hätte berühren können. Sie zeigten auch keine Scheu und guckten uns genauso neugierig wie wir sie an.

Nach dem reichhaltigen Frühstück hatte wir noch Zeit zum in den Hängematten zu entspannen, bevor wir den Jungle verliessen.
Die Fahrt zurück zur Rainforest Lodge war ziemlich unspektakulär. Da es ziemlich heiss war und wir in bewohntes Gebiet kamen, gab es nicht so viele Tiere.
Wir kamen vor dem Eindunkeln beo der Lodge an und freuten uns auf das BBQ zum Abendessen. Das beste aber passierte nach dem Essen, als nämlich Boris einen Tee aus einer heilenden Pflanze zubereitete.

Vier von der Gruppe nahmen je einen halben Becher des Tees, darunter auch Dominic. Eine halbe Stunde später dachten wir, dass Boris einen Witz über die Wirkung gemacht hatte und einige gingen schon mal ins Bett. Doch dann plötzlich beginnen die Merkwürdigkeiten. Zwei beginnen herumzutorkeln und meinen die Welt drehe sich, ein anderer sitzt gemütlichen auf der Bank und lächelt und Dominic merkt nichts. Da Dominic in einem guten Zustand ist, geht Alexandra auch langsam ins Bett. Jedoch musste sie noch die Wasserflasche auffüllen und deshalb zurück zur Plattform. Die Situation hatte sich dann etwas verändert: Es herrschte Aufbruchstimmung, jedoch war es ziemlich schwierig die Herren in Bewegung zu setzen. Dominic und Andreas torkelten dann alleine zum Bad und meisterten ihre Zähne zu putzen. Ein anderer ging erfolgreich auf die Toilette, fiel danach aber in den Sumpf! Einen Lachkrampf unterdrückend halfen Frank und ich ihm dort raus und versuchten ihn zu putzen. Leider verstanden wir kein Wort das er von sich gab, da er so sehr lallte und nuschelte. Was man aber dann verstand, war, dass er schon wieder pinkeln musste und dies im Waschtrog erledigen wollte. Wir konnten ihn aber doch davon überzeugen die Toilette zu benutzen. Nachdem dies auch erledigt war, eskortierten wir ihn zu zweit zum Bungalow. Auf dem Weg trafen wir auf seinen Kollegen, der schon in der Hütte sein sollte. Er wanderte so umher, während seine Stirnlampe in die falsche Richtung zündete. Frank begleitete sie in ihren Raum und Alexandra schaute nach Dominic. Dieser hatte unterdessen seine Linsen gemacht und Pyjama angezogen. Doch er bagann wie die anderen unverständliche Dinge zu plappern und Alexandra war froh, dass er schon im Bett lag. Nachdem es noch einmal laut geklöpft hatte bei unseren Nachbarn war dort dann auch Nachtruhe.
Um drei Uhr nachts war Dominics Bett leer und nebenan brannte auch wieder Licht. Alexandra ging auf die Toilette und traf dort auf Andreas, der mitten auf dem Weg stand und böse um sich schaute. Nach einem kurzen Gruss ging sie wieder ins Bett und wartete auf Dominic, der einige Minuten später von der Toilette zurückkehrte und wieder normal sprechen konnte. Wie wir am nächsten Morgen hörten, hatten die anderen eine aktivere Nacht inklusive Zahnpasta essen, Gespräche mit nicht existierenden Personen und eine Nachtwanderung aufgrund eines vorgestellten Tapirs hinter sich.

Zurück in Cusco (23. August)

Der letzte Tag startete ganz langsam. Wir assen in aller Ruhe und tauschten die lustigen Geschichten der Vornacht aus. Dann kam die lange Rückfahrt nach Cusco. Wir hielten nur einige Male, um den Nationalvogel Perus zu bewundern. Auf dem Weg mussten wir uns traurigerweise schon von Boris verabschieden, da er die nächste Tour durch den Jungle führen musste.

Nach einer kurzen Mittagspause mit Aussicht ging es nicht mehr lange bis Cusco.
Als wir am frühen Nachmittag wieder in unserem Hostel waren, genossen wir die Sonne auf der Dachterrasse. Am Abend trafen wir uns noch auf ein Anschlussessen mt der Junglegruppe.

Nach ein paar weiteren Tagen Cusco gings dann via Copacabana richtung Bolivien weiter.

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