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Lima

Lima

  • Author: domale
  • Date Posted: Jul 20, 2014
  • Category:
  • Address: Lima, Peru

Sprachkurs, Pyramiden und Paraden

Erschöpft von dem langen Reisetag kamen wir spät abends mit unserem Flug von Florida her in Lima an. Überraschenderweise überrannten uns die Taxifahrer und Shuttlegesellschaften nicht wie in Südostasien. Ausserdem gab es eine Taxigesellschaft, die fixe Preise hatte und diese auf einer Tafel kommunizierte. Wir schlossen uns mit jemandem von unserem Flug zusammen und sparten somit noch einige Franken auf dem Weg in die Stadt.

In Miraflores (der sicherste und teuerste Stadtteil Limas ) angekommen, fiel uns auf, dass die Strassen sauber waren, die Hochhäuser modern und Polizisten anwesend waren. Im Hostel begrüsste uns Raol, der Nachtwärter und zeigte uns die Küche und erklärte uns die Umgebung. Danach waren wir froh, dass wir ins Bett durften.

Raol, der NachtwächterAm Montagmorgen spazierten wir die 10 Minuten zu unserer Spanischschule, wo wir eine Woche lang einen Spanischkurs besuchten. Als erstes wurde ein Interview auf Spanisch gemacht, um unser Niveau zu bestimmen. Dominic und ich kamen in verschiedene Klassen.
Am Nachmittag hatten wir frei. Erst gingen wir einkaufen, wobei sich herausstellte, dass Peruaner Brot backen können und dass Tomaten aus der Dose extrem teuer sind. Also gabs vorest mal keine Pasta mit Tomatensauce aus der Büchse, sondern mit frischem Gemüse 🙂

frische und zum Teil unbekannte Früchte vom lokalen MarktNachdem wir einen Vortrag der Chefin des Hostels anhören mussten, dass wir alles wieder sauber hinterlassen müssten, konnten wir endlich um drei Uhr kochen. Noch erschöpft vom Flug vom Vortag machten wir eine Siesta, die etwas länger dauerte. Um sechs Uhr (um diese Zeit war es bereits dunkel) machten wir noch einen kleinen Spaziergang um den nahe gelegenen John F. Kennedy Park.
Am nächsten Nachmittag besuchten wir mit der Schule ein Museum. Dieses war sehr speziell, da es viele verschiedene Kunstgegenstände ausstellte und diese gleichzeitig verkaufte. Nachdem die Verantwortliche der Schule mehrmals auf die Besitzerin eingeredet hatte, konnte sich diese doch noch überwinden einige Dinge zu erklären. Anschliessend sponserte sie uns eine Getränkerunde. Dominic versuchte das typische Inka Cola (gelbes Getränk, das nach Kaugummi schmeckt), während Alexandra eine Chicha Morada bestellte. Ein Getränk, das aus dunklem Mais hergestellt wird.
Am selben Abend nahmen wir noch am Kulturabend teil, der vom Museum organisiert wurde: Live Musik und Pizza. Nachdem unsere kleine Runde von Schülern sich einige Minuten in schlechtem Spanisch ausgetauscht hatte, wechselten wir glücklich auf Englisch. So unterhielten wir uns, während die Coverband anfing zu spielen.
Wir waren die einzigen Touristen und gingen so in der Menge unter, dass unsere Bestellung erst aufgenommen wurde, als die meisten Leute ihr Essen bereits verschlungen hatten. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, hätten wir nicht das Taxi so früh bestellt. Etwas später kamen die Pizzen, die erstaunlich gut waren, was man leider von der Musik nicht behaupten konnte.

Satt gegessen fuhren wir mit dem Taxi, das von der Schule organisiert wurde, sogar in die Nähe des Hostels.
An einem anderen Nachmittag nahmen wir an einer weiteren Aktivität der Schule teil und zwar an einem Kochkurs. Dort lernten wir folgende drei Gerichte kennen: Chicharon de Trucha, Kartoffelklotz, Quionarisotto und frittierte peruanische Donuts. Nachdem wir bereits zwei Tage in Peru verbracht hatten, wurde uns schnell klar, dass es schwierig wird vegetarisch zu essen. In jedem noch so kleinen Gericht schmeissen die Peruaner Fleisch rein, drauf oder drunter. Was Alexandra aber vor allem überzeugte wieder Fleisch und Fisch zu essen, war die Tatsache, dass der Fisch in der Kochschule kein bisschen stank.

Andere Aktivtäten waren ein Filmabend und ein Salsakurs, wo wir teilnahmen. Der Film war ziemlich gut, wenn man bedenkt, dass wir nicht einmal die Hälfte verstanden, da er auf Spanisch war ohne Untertitel. Dieser wollte sich einfach nicht einstellen lassen. Dafür wurden wir mit einem Sack Popcorn und Coca Cola entschädigt. Kinofeeling pur! Der Salsakurs war ein guter Einstieg, um wieder einmal zu tanzen. Tatsächlich gingen wir am Abend darauf mit einer Schulkollegin in einen Salsaclub.

An unserem ersten schulfreien Tag nahmen wir uns Zeit Lima etwas besser kennenzulernen. Wir besuchten zunächst den lokalen Markt und statteten uns mit peruanischen Früchten aus: Grenadilla (eine süsse Passionsfrucht), Kaktusfrucht, Chirimolla und verschiedenste Bananen. Am Markt wurden auch frisch gepresste Säfte verkauft. Wir versuchten uns an einem Guanabanasaft mit Milch: mmmhh!

Neben dem traditionellen Markt schauten wir auch bei den Touristenmärkten vorbei. Dort wurden einem alle erdenklichen Souvenirs verkauft.
Der Besuch bei der Pyramide gab uns einen interessanten Einblick in die Vergangenheit Limas. Obwohl die Führung auf spanisch war, lernten wir einige Dinge. Die Pyramide wurde als Tempel von einem Volk vor den Inkas gebaut. Der Tempel wurde den Sternen und dem Mond gewidmet. Der Guide erklärte, dass in anderen Kulturen die Sonne ebenfalls eine wichtige Rolle spielte. In Lima aus dem einfachen Grund nicht, da es dreiviertel des Jahres bewölkt ist. Der Mond war dafür umso wichtiger für die früheren Bewohner Limas, denn dieser beeinflusst das Meer. Dieses wiederum war die wichtigste Nahrungsquelle zu jener Zeit.

Auch lernten wir über die Tradition Menschen an die Götter zu opfern. Und zwar nicht irgendwelche. Um die Götter zu besänftigen oder um einen Gefallen zu bitten, wurden Kinder geopfert. Diese waren noch rein und stellten deshalb das perfekte Geschenk an die Götter dar. Interessant war auch der Fakt, dass alle Opfer in der Fötusstellung im Tempel begraben wurden.
Tags darauf fand eine Parade in Lima statt, die von dem Einkaufsladen Wong, anlässlich dem kommenden Nationalfeiertag, gesponsert wurde. Da leider niemand genau wusste, wann die Parade begann (gemunkelt wurde zwei Uhr) und wir gute Plätze haben wollten, standen wir bereits um ein Uhr dort. Als wir so am Warten waren, versuchten uns immer wieder Leute Hocker zu verkaufen. Wir hätten besser zugeschlagen, denn die Parade startete erst um halb vier Uhr. Sie begann mit einer Drachenshow, die die Sponserung des chinesischen Ladens verdeutlichte. Auch die viele Werbung, die auf grossen Wagen vorbei fuhr, zeigte den Einfluss des Sponsors. Die Highlights der Werbung waren: 1. der Toilettenpapier-Wagen, wo halbnackte Frauen darauf tanzten und 2. das Plakat mit der Katzenstreu Werbung auf deutsch geschrieben.

Wirklich interessant und der Hauptgrund für unseren Besuch der Parade waren die vielfältigen traditionellen Tänze Perus. Meist junge Leute trugen die typische Kleidung ihrer Region und zeigten uns ein Stückchen Kultur Perus.
Am selben Abend kam Ruth nach 20 Stunden reisen bei uns in Lima an.
Die nächsten drei Tage besichtigten wir Lima. Wir zeigten Ruth den lokalen Markt mit den vielen neuartigen Früchten, den Maden, der Fleischabteilung und den vielen verschiedenen Kartoffeln.
Natürlich durfte ein Besuch beim Touristenmarkt nicht fehlen. Und die ersten Souvenirs wurden durch verhandeln erkohren.
Nach diesem ruhigen Start an Ruths ersten Tag in Lima, beendeten wir diesen mit einem peruanischen Essen: Lomo saltado, Chaufa de Pollo und Chicharon de Pollo. Dabei lernten wir folgendes: Wenn der Preis für ein Gericht doppelt so teuer ist verglichen mit den anderen auf der Speisekarte, kannst du das Gericht nicht alleine fertig essen.

Znacht in einem kleinen Restaurant
Der nächste Tag begann mit einem Besuch des Museo Larco. Die Museumsinhalte wurden von dem Herr Larco gesammelt, sortiert und interpretiert. Durch ihn wurden die Kulturen vor den Inkas erst richtig anerkannt.
Das Museum ist sehr informativ und gibt einen guten Überblick der peruanische Völker und Vergangenheit.
Einige Details für die Interessierten: Die Inkas regierten nur für einige hundert Jahre, bevor die Spanier kamen. Das Wissen über ihre Kultur ist vor allem so präsent, weil die Spanier zu Entdeckungszeiten alles dokumentiert hatten. Die Inkas selbst hatten keine Schrift.
Gold und Silber hatten für die Inkas keinen materiellen Wert. Sie hatten einen göttlichen Wert. Die Könige trugen silbernen und goldenen Schmuck, um gottähnlich vor dem Volk zu erscheinen. Das Metall erfüllte den Zweck den Herrscher glänzen zu lassen, wie die Sterne im Nachthimmel.

Nachdem wir einen halben Tag lang Tontöpfe und -skulpturen bestaunt hatten, wagten wir uns an die Kälte. Im Stadtgebiet Miraflores betrachteten wir die Klippen und das Meer. Von dort konnte man die Surfer und Gleitschirmspringer beobachten.an der Küste Limas
Ruth sollte natürlich die Pyramide nicht verpassen. Während sie die Tour machte, tranken wir einen Pisco Sour und einen Mojito.

Während Ruth die Pyramiden besichtigt, geniessen wir den frühen Nachmittag im LuxusrestaurantZur Mittagszeit (Peruaner essen normalerweise um zwei Uhr ihr Mittagessen) gingen wir in eine Cebicheria. Die Spezialität des Restaurants war Fisch und Meeresfrüchte. Um die Ware jeden Tag frisch zu servieren, ist das Lokal nur über Mittag geöffnet. Da das Essen sehr beliebt ist, mussten wir eine halbe Stunde warten, um einen Tisch zu bekommen. Dominic entschied sich das berühmte Gericht Cebiche zu probieren. Dies ist roher Fisch, der mit Limetten übergossen wird und dadurch denaturiert.

Am letzten Tag in Lima entschieden wir uns noch die Altstadt zu besichtigen. Dominic wollte unbedingt noch die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und so endeten wir auf der Metro. Dies ist übrigens ein Bus, der seine eigene Autobahnspur besitzt und deshalb schnell vorwärts kommt. Leider ist das System nicht sehr übersichtlich und wir landeten glatt im falschen Bus. Dank der Hilfe eines jungen Peruaners fanden wir dann doch noch den richtigen Bus. In der Altstadt schlenderten wir durch die Gassen. Per Zufall stolperten wir über die Ruinen eines Gebäudes aus der Kolonialzeit. Da viele Tierknochen gefunden wurden, nimmt man heute an, dass dies das Metzgerviertel war.

Die Rückfahrt verlief zum Glück reibungslos. Wir gingen früh ins Bett, um am nächsten Tag ausgeruht in Paracas anzukommen.

 

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