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Buenos Aires

Buenos Aires

  • Author: domale
  • Date Posted: Sep 19, 2014
  • Category:
  • Address: Buenos Aires

Buenos Aires

Nach zehn Uhr kamen wir von Iguazu her in der Hauptstadt Buenos Aires an und hatten keinen Plan wie es weitergehen sollte. Das Hotel hatten wir zum Glück im Voraus gebucht. Leider hatten wir bloss keine Ahnung wie wir dorthin kommen würden. Wir konsultierten also unseren Reiseführer, der eine Übersicht über die vielen Verkehrsmittel der Stadt gab. Nicht viel schlauer zogen wir los, um jemanden zu fragen, welchen Bus wir nehmen sollten. Kaum waren wir aus dem Busbahnhof sprach uns ein Taxifahrer an. Die Taxifahrer kennen natürlich die Stadt am besten und rat uns statt dem Bus die Metro zu nehmen. Nach einem kurzen Marsch fanden wir die Metrostation und konnten auf direktem Weg in Richtung des Hotels fahren. Dieses erreichten wir nach etwas laufen.
Unser Zimmer war schon bereit gemacht, so dass wir es beziehen konnten. Das war perfekt, um noch etwas zu entspannen.
Nachdem uns die Chefin einige Tips für Sehenswürdigkeiten gegeben hatte und wir wussten, wo wir nicht hingehen sollten, starteten wir unsere Reise durch Buenos Aires mit einer Free Walking Tour.

Beim Kongresshaus lernten wir weshalb alle Statuen eingehagt sind. Ganz einfach: Bei den vielen Demonstrationen kam es häufiger zu Sachschäden und um diese zu verhindern, wurden öffentliche Statuen eingehagt. Als nächstes stoppten wir bei einem spektakulären Gebäude. Umrahmt von anderen schönen Häusern im pariser Style, stach dieses Haus wegen seiner Bildungsgeschichte heraus. Es wurde von einem Dante Alighieri Fan in Auftrag gegeben und sollte die Divina Comedia darstellen. Die 21 Stockwerke krönte eine Glaskuppel, die das Licht und Gott repräsentieren. Witzig ist aber der Fakt, dass der Aufzug nur bis zum 14. Stock fährt. Dort steigt man auf einen anderen Lift um, um die oberen Stockwerke zu erreichen. Dies wurde so realisiert, weil Dante keinen direkten Zugang in den Himmel beschrieb. Der Weg ging immer über das Purgatorio (Fegefeuer). Das beste war, dass wir in das Gebäude rein durften. Dort sahen wir den antiken Aufzug und die Drachen, die die Hölle symbolisierten.

Die Tour endete beim Pinkhouse, wo die Präsidentin arbeitet. Wie wir erfuhren, nimmt diese den Helikopter, um zur Arbeit zu gehen.

Auf dem Plaza de Mayo sieht man die aufgemalten weissen Kopftücher, welche an die Madres de Plaza de Mayo gedenken. Die Madres de Plaza de Mayo waren Frauen, die sich zusammenschlossen und stumm gegen das Verschwinden von Leuten demonstrierten. Da Versammlungen ab drei Personen verboten waren, liefen die Frauen im Kreis um den Platz.

Catarina und Roman, die wir bei der Tour kennengelernt hatten, warteten mit uns auf die Flaggensoldaten. Diese marschieren jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, auf den Platz und demontieren die argentinische Flagge. Das war ziemlich witzig zu sehen. Vor allem weil die Soldaten alle ein so ernstes Gesicht machten und schlussendlich mit einer zusammengewurstelten Flagge davonliefen.


In dem Gebiet von Buenos Aires, wo unser Hotel lag, gab es an jedem Ecken eine Bäckerei oder ein Fruchtladen. Da wir nicht wirklich hungrig waren, holten wir uns kleine Snacks aus den Läden.

 

Geschichtliches Buenos Aires

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Metro quer durch die Stadt zum Plaza Italia, um dort unsere zweite Free Walking Tour zu starten. Unser Guide Richard war ein New Yorker, der vor einigen Jahren nach Buenos Aires zog, um mit seiner Freundin zusammenzuziehen, die mittlerweile seine Frau ist. Er begleitete uns durch einige Stadtteile und erzählte uns einige Alltagsanektoten.

Sein Fokus lag vor allem auch auf dem Tango, der sehr wichtig ist in Buenos Aires. Die Entstehungsgeschichte des Tangos ist deshalb erwähnenswert. Der Tanz entstand zu einer Zeit, als viele Immigranten von Europa kamen, vor allem Männer, um im Hafen zu arbeiten. Da es doppelt so viele Männer wie Frauen in der Stadt gab, waren die Bordelle immer überfüllt. Um die wartenden Männer zu unterhalten, wurde Musik gespielt. Die Männer starteten daraufhin miteinander zu tanzen und das war die Entstehung des Tangos.

Getanzt wurde der Tango lange nur von den unteren Schichten. Bis Carlos Gardel kam und den Tango auch für die Mittelklasse eröffnete. Er war eine so wichtige Persönlichkeit, dass man immer wieder ein Foto von ihm irgendwo in Buenos Aires findet.


Nach der Tour wagten wir es auf dem Schwarzmarkt Geld zu wechseln. In der Strasse Florida stehen duzende von Menschen und schreien “cambio”. Einen von denen sprachen wir auf den Wechselkurs an. Ist man einverstanden mit dem Betrag wird man in ihr “Büro” geführt. In unserem Fall ein Schuhladen. Einige Schuhschachteln lagen im Schaufenster, aber das eigentliche Geschäft wurde hinter einer Trennwand gemacht. Dort sass ein dicklicher Mann, der uns sofort den exakten Betrag hinlegte und ihn uns kontrollieren liess. Mit doppelt so viel Geld verliessen wir das Schuhgeschäft, um endlich Hosen für Alexandra zu kaufen (die waren ja immer noch zerrissen seit der Salzwüste und liessen sich nicht flicken).

Mit Catarina und Roman hatten wir am Abend in einem Tangoclub abgemacht. Dieser lag jedoch in die entgegengesetzte Richtung und so wollten wir einen Bus nehmen. Auf dem offiziellen App der öffentlichen Verkehrsmittel fanden wir einen Bus, der uns in der Nähe absetzen sollte. Mit Hilfe der Einheimischen fanden wir die richtige Haltestelle ziemlich schnell und warteten dort auf den Bus. Nachdem alle erdenklichen Busnummern an uns vorbei gefahren waren und wir bereits eine halbe Stunde am Warten waren, fragten wir mal nach. Ein anderer, der am Warten war, teilte uns mit, dass diese Busnummer nicht mehr existiert und auf die Nummer 90 gewechselt hätte. Na toll! Zum Glück kam die Nummer 90 kurze Zeit später, so dass wir doch mal vorwärts kamen. Als wir dem Busfahrer die Geschichte erzählt hatten, musste er wohl ein Lächeln verbergen, aber er hörte uns geduldig zu und meinte, dass der Wechsel bereits zwei Monate her ist.
Natürlich kamen wir eine halbe Stunde zu spät beim Club an! Dort standen auch schon Catarina und Roman, die auch erst vor fünf Minuten angekommen waren. Sie wollten eigentlich die Metro nehmen, fanden dann aber vor Ort heraus, dass diese nicht fährt. Da sie kein Wifi hatten, konnten sie keinen alternativen Bus ausfindig machen und nahmen stattdessen ein Taxi, um nicht noch später anzukommen.
Gemeinsam gingen wir in den Club “la catedrala”, wo jeden Abend eine Milonga stattfindet. Dies ist einfach ein Ort, wo die Einheimischen zusammenkommen, um Tango zu tanzen.
Wir waren um halb acht dort, weil wir gelesen hatten, dass auch noch ein Tango-Crashkurs angeboten wird. Aber irgendwie waren wir die einzigen, die sich dorthin verirrt hatten. Wir beschlossen also stattdessen etwas zu essen. Kaum hatten wir bestellt, starteten sie dennoch einen Kurs und weil wir das mal ausprobieren wollten, verschoben wir das Essen. Eine Stunde später konnten wir mit Sicherheit sagen, dass wir nicht nochmals Tango tanzen wollen.Livemusik an der Milonga
Das Essen war kein Highlight, aber die Stimmung war toll. Um zehn Uhr kamen langsam die Einheimiachen und zeigten auf der Tanzfläche was sie konnten. Viel später startete noch eine Liveband traditionelle Lieder zu spielen. Gegen 2 Uhr kehrten wir zu unseren Hotels zurück.

 

Beinahe Diebstahl und argentinisches Steak

Am Sonntag findet immer ein Antiquitätenmarkt in San Telmo statt. Mit Catarina und Roman stöberten wir durch die Marktstände, die alles mögliche verkauften. Beaonders interessant waren die alten Taschenuhren und die Sprudelflaschen. Das sind Glasflaschen, die früher in Restaurants für das Wasser mit Kohlensäure benutzt wurden. Diese nutzen den Druck innerhalb der Flasche, um das Wasser bequem via Knopfdruck zu servieren.

Neben den Ständen, die antike Waren anboten, gab es Lederwaren, Schmuck, Alfajores (argentinische Kekse mi Füllung, typischerweise Dulce de Leche) und vieles mehr zu kaufen. Es gab auch Unterhaltungskünstler. Er beste war wohl der alte Mann, der selber gebastelte Hühner verkaufte, die einen authentischen Laut von sich gaben. Damit überraschte er immer wieder die Leute, die ihm daraufhin begeistert die Hühner abkauften.

Nach drei Stunden durch die Stände laufen, waren wir etwas erschöpft und legten eine Kaffeepause bei den Docks ein. Dort reservierte Roman ihr Abendessen und wir schlossen uns ihnen gerne an. am Hafen
Wir hatten von da an drei Stunden Zeit zum Restaurant in Palermo zu kommen. Tatsächlich brauchten wir irgendwie 2.5h um dorthin zu gelangen, obwohl der Park, den wir besuchen wollten, wegen dem Frühlingstag (anscheinend ein Feiertag in Argentinien) geschlossen war.
Als wir in dem Stadtteil, der sich Palermo nennt, waren wir positiv überrascht. Die Strassen waren von Bäumen gesäumt und man kam sich vor als wäre man in Paris mit den vielen kleinen Boutiquen und den schmucken Cafés.
Wir hatten ja wirklich Glück auf den neun Monaten, die wir bis dahin gereist waren: Uns wurde nichts geklaut und keine wichtige Dinge gingen verloren. Deshalb war der Schock wohl um so grösser, als Alexandra merkte, dass jemand ihren Rucksack aufmachte. Sie drehte sich um, um zu sehen, ob der Rucksack tatsächlich offen war. Catarina, die neben ihr lief, drehte sich fragend um und bemerkte, dass auf einmal nicht mehr so viele Leute um uns waren. Etwas weiter vorne stand eine ander Frau, die fragend ihre Tasche beäugte. Als sie realisierte, dass ihr jemand in die Tasche gefasst hatte, kontrollierte sie schockiert den Inhalt. Zum Glück wurde uns beide nichts geklaut und mit einem schnell schlagenden Herzen gingen wir weiter zum Restaurant.Steak zum Abendessen In dem Steakhouse genoss Dominic das erste gute Steak in Argentinien.

Teatro und Friedhof

Ein letztes Mal trafen wir uns mit Catarina und Roman, um gemeinsam das Opernhaus Teatro Colon zu besichtigen. Ein unscheinliches Gebäude von aussen, so dass wir glatt dran vorbei liefen. Die Tour startete später, so dass wir noch Zeit für einen Kaffee hatten. Wir freuten uns schon backstage zu gehen und wortwörtlich hinter die Kulissen des Opernhauses zu sehen. Die Tour startete mit der Bilduung der Oper. Interessant zu erwähnen ist, dass drei Architekten dort am Werk waren. Die ersten zwei waren Italiener, die beide im Alter von 45 Jahren starben. Da man glaubte das Gebäude sei verflucht, wurde lange nichts mehr gemacht. Erst ein Däne traute sich Jahre später das Gebäude fertigzustellen.

Im goldenen Saal, der früher nur für die Reichsten zugänglich war, sahen wir den Unterschied vor und nach der Renovation. Der Saal war völlig verschmutzt vom Abgas und Rauch, so dass er vor der Renovierung nicht golden sondern grau war. Nach diesem Saal gingen wir endlich ins Theater selbst. Eine wirklich schöne Oper!

Zum Schluss durften wir noch auf den Balkon des Bürgermeisters. Dieser hatte eine miserable Sicht auf die Bühne, hatte aber den Vorteil, dass ihn das ganze Publikum sah. Früher als es wichtiger war gesehen zu werden, als eine Oper zu sehen, war dieser Balkon von Vorteil. Leider war die Tour danach bereits vorbei, ohne backstage zu gehen. Unser Guide meinte, dass dies aus Sicherheitsgründen nicht mehr gemacht werde. Da waren wir schon etwas enttäuscht, vor allem wenn man sich überlegt, dass man für den Preis der Tour auch hätte eine Aufführung sehen können!spezielle Kunst trifft auf Kombination von Alt und Neu
Nach dieser grossen Enttäuschung verabschiedeten wir uns von Cati und Roman, die am Abend ihre nächste Reise antraten.
Alleine zogen wir weiter zum nächsten Theater. Dieses war sehr speziell, da es in einen Bücherladen umfunktioniert wurde. Bücherladen in ehemaligen Theater
Nach einem kleinen Happen, besuchten wir den Friedhof der reichen und berühmten Leute in Recoleta. Einen Besuch wert war er, weil statt den Grabsteinen alle Leute in Mausolen begraben sind.

Nach dem Friedhof genossen wir noch ein paar Stunden im Plaza de las Naciones Unidas bei der beweglichen Blumenstatue Floralis Genérica.


Da uns langsam die Pesos ausgingen, organisierte Dominic online ein Treffen, um Geld zu wechseln. Ein Deutscher, der das Geschäft der Mobilenwechselstube aufgezogen hatte, kam in unser Hotel mit den bestellten Pesos und einem Einzahlungsschein. Das Einzige was wir noch machen mussten, war Euros innerhalb einer Woche auf sein Konto zu überweisen.
Sobald wir wieder Geld hatten, gingen wir zum Busbahnhof, um die Tickets für den nächsten Tag zu kaufen.

Regen und Kaffee

Am Tag unserer Weiterreise war es bewölkt und regnerisch. Bevor wir jedoch etwas unternahmen, mussten wir ein Päckchen mit Souvenirs heim schicken. Das ist schwieriger als es tönt. Die Souvenirs trugen wir bereits seit Bolivien mit uns rum und füllten unsere Rucksäcke. Wir gingen also auf eine der Poststellen, die wir tags zuvor gesehen haben. Die Bedienung war nicht wirklich hilfreich. Sie meinte nur, dass sie so grosse Pakete (2.5kg) nicht schicken kann und dass wir zur internationalen Post müssen. Auf die Frage wo diese ist, drückte sie uns einen Zwttel in die Hand mit einer Telefonnumer. Sie selber hatte keine Ahnung, aber zum Glück sass noch eine andere im Geschäft, die uns die Adresse gab und es uns auf der Karte einzeichnete. Dankbar aber gleichzeitig genervt über die Kompliziertheit des Ganzen machten wir uns Richtung Busbahnhof auf. Tatsächlich stand dort ein riesiges Postgebäude, von wo wir das Paket senden konnten. Diese Sorge endlich los, entschieden wir uns bei dem schlechten Wetter nicht in den Park zu gehen. Stattdessen verbrachten wir den Nachmittag in einem Café. verregneter Tag in Buenos Aires
Am Abend gings mit dem Nachtbus nach Mendoza weiter.

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