Navigation Menu
Arequipa

Arequipa

  • Author: domale
  • Date Posted: Jul 29, 2014
  • Category:
  • Address: Arequipa

Kochen, mehr Mumien und ein Kloster

Mit dem Nachtbus von Nazca erreichten wir Arequipa um 7 Uhr morgens.

Im Hostel konnten wir die Rucksäcke ablegen und erkundeten darauf den noch ausgestorbenen Hauptplatz. Wir frühstückten in einem der vielen Restaurants, die den Platz überblicken und planten den Rest des Tages.

Wir entschieden einen ruhigen Tag zu machen und nur das Museum Museo Santuarios Andinos zu besuchen.
In Ruths Reisebuch war leider die Adresse und der Name des Museums falsch und so irrten wir in der Altstadt herum. Nachdem wir erst in die falsche Richtung und dann am Museum vorbei geloffen sind, waren wir froh endlich am richtigen Ort zu sein. Das Museum beherbergt die 500 Jahre alte Mumie “Juanita”. Es kann nur mit einem Guide besichtigt werden, was aber Sinn macht, da man so interessante Details erfährt. Kurzfassung des Museums: Das 14-jährige Mädchen, das heute Juanita genannt wird, wurde den Göttern geopfert. Sie wurde in der Inkahauptstadt Cusco geschult, denn nur die Schönsten und Reinsten Kinder konnten den Göttern geopfert werden. Wenn eine wichtige Person krank war oder ein schlimmes Unglück geschah, besänftigten die Inkas die Götter mit einem Menschenopfer. Juanita wurde vom amerikanischen Archäologen Johan Reinhard in der Nähe des Ampato-Gipfels in einer Höhe von über 5000 m im Eis gefunden (deshalb ist sie so gut “erhalten”, d.h. ihre Haut und Nägel sind noch da). Man nimmt an, dass Juanita den weiten und anstrengenden Weg von Cusco in Begleitung von Priestern geloffen ist. Als sie erschöpft auf dem Berg ankam, vollzogen die Priester die Zeremonie. Diese beinhaltete das Mädchen mit Chicha betrunken zu machen und wenn sie von der Anstrengung des Marsches und dem Alkohol noch nicht gestorben war, sie mit einem Schlag auf den Kopf zu töten. Juanita_dama_de_las_nieves_(Wikipedia Image)
Nach dieser Kulturlektion kehrten wir ins Hostel zurück um einzuchecken und etwas zu entspannen. Leider verlief dabei nicht alles so rund. Nach langem Suchen welche Zimmer für uns reserviert sind, gab er uns erst den Schlüssel für das Einzelzimmer. Woraufhin Ruth ihr Gepäck nahm und es im Zimmer abstellen wollte. Sie war wohl etwas irritiert, als sie die Frau mit dem Baby auf dem Bett liegen sah und kam zur Reception zurück. Dort warteten wir immer noch auf den Schlüssel für das zweite Zimmer. Der Receptionist entschuldigte sich bei uns und ging zur Tür vis-à-vis vom Einzelzimmer. Unterdessen kam die Frau mit dem Baby dort raus und holte Putzmaterial. Der Receptionist klopfte unterdessen an der anderen Zimmertür und rief ins Zimmer: “¡Amigo, abre la puerta! Tengo una reservazione por la habitacion.” Unsere Reaktion: ?? !! Wir waren wirklich perplex für einige Sekunden. Beide Zimmer waren besetzt und das obwohl wir eine Stunde nach der Checkin-Zeit dort ankamen und wir uns sozusagen vorangemeldet haben, als wir die Rucksäcke am Morgen dort deponiert hatten.
Das erste Zimmer war unterdessen sauber und wir stellten dort unser Gepäck ab. Ruth und Alexandra gingen dann auf die Terasse, um etwas Abstand von dem Geschrei zu kriegen (die Leute waren immer noch nicht aus dem Zimmer raus). Dominic blieb unten und sorgte dafür, dass das Bett noch frisch bezogen wird, da die Leute dort geschlafen hatten. Leider wurde das Bad nicht geputzt und so war
die Toilette voller Haare und der Abfall voll… Ausblick auf den Vulkan mitten aus der StadtVon der Terrasse aus hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die Vulkane, die die Stadt umrahmen. Da wir alle keine Lust hatten in unsere Zimmer zu gehen, ruhten wir dort aus.
Am selben Abend gingen wir in ein richtig gutes Restaurant und assen unter anderem Alpacafleisch serviert auf winem hiessen Lavastein.

Das typisch peruanische Frühstück besteht aus Brötchen, Butter und Erdbeermarmelade. Da wir langsam genug hatten davon, kauften wir auf dem lokalen Markt exotische Früchte und verschiedene Wähenstücke. Um drei Uhr startete die Free Walking Tour durch die Altstadt Arequipas. Diese führte uns an verschiedene Orte, die wir andernfalls nicht gefunden hätten. Ausserdem gab der Guide uns Tips für interessante Museen und Geschäfter.

Am nächsten Tag klapperten wir die Reisebüros ab, um eine Tour in den Colca Canyon zu buchen. Nach einer Stunde Preisvergleich einigten wir uns auf die günstigste Variante. Diese bot die gewöhnliche “Touristentour” mit Trekking an. Die teuerste Tour hätte uns das vierfache gekostet und man wäre nicht so lange im Canyon unten gewesen, stattdessen in einem Luxushotel mit heisser Dusche und Panoramablick aus dem Zimmer.
Nachdem wir die Tour erfolgreich gebucht hatten, gingen wir in einen Kochkurs. Dort lernten wir die Vorspeise Causa de Pollo kennen. Als Hauptgang servierten wir ein Lomo Saltado mit Alpacafleisch. Dieses Gericht ist eine Fusion der peruanischen und asiatischen Küche. Sehr lecker!

Als Abschluss des Tages und unseres Besuchs in Arequipa gingen wir in das Kloster Santa Catalina. Nimmt man einen Guide für einige Soles erfährt man so viel über das Leben der Nonnen und die Mentalität im 18. Jahrhundert. So lebten die Nonnen aus reicher Familie alleine oder zu zweit in einem Häuschen mit eigener Sklavin. Diese Nonnen assen nie gemeinsam mit den ärmeren Nonnen, da sie ihre eigene Küche hatte und die Sklavin, die ihr das Essen zubereitete. Diese schliefen in einem kleinen Raum am Boden, da Sklaven zu jener Zeit nicht auf einem Bett schlafen durften. Vor Gott sind alle gleich, heisst es irgendwo in der Bibel. Diesen Part hatte die katholische Kirche wieder einmal falsch interpretiert.

Interessant war auch das Bad, welches die Nonnen nur benutzten, wenn sie von einem speziellen Heiligen träumten (dieser wird nackt abgebildet). Um sich also von der Sünde zu reinigen, gingen sie im kalten Wasser baden.
Wir gingen an einem Donnerstagabend ins Kloster, da dieses dann bis neun Uhr geöffnet ist. Auf diese Weise erlebten wir auch das Kloster bei Nacht, wobei die Laternen und Kerzen angezündet wurden und Feuer in den Küchen brannten.

Weiter gings ins nächste Abenteuer in den Colca Canyon.

Wir freuen uns über deinen Kommentar